Mobilität ist Schlüsselfaktor für eine zukunftsfähige Entwicklung der Region - Regionale Perspektiven und interkommunale Lösungen vorgestellt

Mobilität ist Schlüsselfaktor für eine zukunftsfähige Entwicklung der Region - Regionale Perspektiven und interkommunale Lösungen vorgestellt

Im Rahmen einer Transferkonferenz präsentierte der Region Köln/Bonn e.V. am 23. September 2019 in Köln ein Strukturkonzept mit Empfehlungen für eine nachhaltige räumliche Entwick-lung bis 2040. Fest steht, dass in der Region bis 2040 in weiten Teilen mit einem Anstieg der Bewohnerzahlen zu rechnen ist. Damit einher geht eine hohe Nachfrage nach Wohnraum und Gewerbeflächen. Auch die Themen Klimawandel und Mobilität werden tiefgreifenden Einfluss auf die Zukunftsfähigkeit der Region haben.

„Die Lösung für eine 'Region in Balance´ kann deshalb nicht sein, dass jede, der 61 Kommunen in der Re-gion, angesichts dieser Herausforderungen nach individuellen Lösungen sucht“, erklärt Reimar Molitor, ge-schäftsführendes Vorstandsmitglied des Vereins. „Deshalb brauchen wir einen integrierten Ansatz für die Raumentwicklung, der über den kommunalen Tellerrand hinausschaut. Umso mehr danken wir allen regio-nalen Akteuren und Entscheidungsträgern aus Stadt- und Regionalplanung, Wissenschaft, Politik sowie Kommunal- und Landesverwaltung, die sich in den letzten drei Jahren an der Erarbeitung des vorliegenden Strukturbild 2040+ beteiligt haben.“

Das Strukturkonzept präsentiert fachlich belastbare und zugleich mutige Positionen zur perspektivischen Entwicklung der Region und dient als informeller Beitrag für die Regionalplanprozesse der Bezirksregierun-gen Köln und Düsseldorf. Ziel ist es, die Lebensqualität der Menschen in den Ballungszentren entlang der Rheinschiene sowie dem näheren und weiteren, zum Teil auch ländlich geprägten Umland, angesichts drän-gender Herausforderungen wie Wohnungs- und Flächenknappheit, Sanierungsstau der Verkehrsinfrastruk-tur oder des Klimawandels weiterhin zu gewährleisten und auch die Entwicklungsfähigkeit der Region als international bedeutsamer Wirtschaftsstandort zu sichern.

Das Agglomerationskonzept legt thematische Teilstrategien vor, die u.a. folgende Empfehlungen beinhalten:

Thema „Siedlung“

• Förderung einer transportorientierten Siedlungsentwicklung, d.h. Verbesserung des Mobilitätsan-gebots und Verknüpfung der Siedlungsentwicklung mit dem Ausbau des ÖPNV
• Qualifizierung von Siedlungsbeständen durch bauliche Ergänzung bei gleichzeitiger funktionaler Durchmischung, Anreicherung mit Grün- und Freiraum- sowie neuen Mobilitätsangeboten („3-fache Innenentwicklung)
• Schaffung von Raumgemeinschaften als interkommunale Entwicklungs- und Kooperationsräume im eher ländlich geprägten Raum, um zum Beispiel Versorgung, Mobilität oder Gewerbeflächenent-wicklungen kommunenübergreifend zu organisieren.
• Hinweis auf besondere regionale Potenzial- und Entwicklungsräume, die sich u.a. auf Grund von Lage, Anbindung und Flächenverfügbarkeit besonders für weitere Entwicklung eignen.

Thema „Mobilität im Umweltverbund“

• Dauerhafte Entlastung des Bahnknotens Köln durch den Bau eines zweiten ÖPNV-Rings um den Ballungsraum Köln mit leistungsfähigen Umstiegen in den Regional- und Fernverkehr
• Aufbau von leistungsstarken Regio-Hubs für den Schienenfernverkehr in Kerpen-Horrem, Lever-kusen und am Flughafen Köln/Bonn
• Bessere Anbindung des ländlich geprägten Raums durch Schnellbuslinien und Ausbau von Mobil-stationen mit unterschiedlichen Mobilitätsangeboten
• Entwicklung eines Netzes von RadPendler-Routen als leistungsfähige Fahrrad-Infrastruktur und Al-ternative für Pendler

Thema „Motorisierter Individual- & Wirtschaftsverkehr

• Entflechtung von Transit- und Binnenverkehr durch eigene Spuren auf dem Kölner Autobahnring und seinen Zuläufen und Stärkung der A3 und A61 als überregionale zentrale Nord-Südachsen
• Ausbau von Ost-West-Querungen über den Rhein
• Stärkung des Güterverkehrs auf Rhein und Schiene durch Sicherung regionaler Häfen deren ver-besserter Anbindung
• Leistungsfähige Anbindung der Region an den rechtsrheinischen Schienengüterfernverkehrskorri-dor

Thema „Wirtschaft“

• Stärkung der Großstandorte am Rhein (Chemie, Pharmazie, Automobil etc.) als wirtschaftlichen Stützpfeiler der Region und langfristige Sicherung der Logistikinfrastruktur (Häfen, Kombinierter Ladeverkehr, Flughäfen)
• Förderung der interkommunalen Zusammenarbeit bei der Flächenentwicklung
• Erhöhung der Flächenausnutzung auf bestehenden und neuen Gewerbe- und Industrieflächen
• Unterstützung folgender regionaler Entwicklungsräume:
o Tagebaufolgelandschaften im Rheinischen Revier, inklusive der „Erftspange“ mit gewerb-lich-industrieller Entwicklung entlang der Erft und im Tagebauumfeld und mit großen mit-telfristigen Potenzialen durch Konversion der Kraftwerks- und Betriebsstandorte der Braun-kohle entlang bestehender Industrie- und Werksbahntrassen
o Rechtsrheinischer Korridor für die Ansiedlung von Dienstleistungen, Urbaner Produktion und Gewerbe/Industrie im Übergang zwischen Rheinschiene und Bergischem Land
o Mittelstandsregion Bergisches Rheinland entlang der Mobilitätsachsen als Entwicklungs-raum mit Zukunftsperspektiven für das ansässige produzierende Gewerbe und die innovati-ven KMU
o Swistbogen entlang der A61 als Kompetenzraum in den Bereichen Landwirtschaft und grüne Technologien

Thema „Freiraum & Landschaft“

• Erhalt und Ausbau von Natur- und Kulturlandschaftsräumen
• Vorausschauende Anpassung an den Klimawandel und Stärkung der Klimaresilienz der Region
• Sicherung stadtnaher Freiräume und landwirtschaftlicher Flächen für die Produktion regionaler Lebensmittel

Die Transferkonferenz bildet den Auftakt zur weiteren Diskussion des Konzeptes und planerischen Vertie-
fung mit den Städten und Kommunen in der Region. Das Konzept wurde aus Mitteln der EU und des Landes
Nordrhein-Westfalen gefördert und in Kooperation mit der Nahverkehr Rheinland GmbH durchgeführt.

Weitere Informationen: www.agglomerationskonzept.de

Quelle: Region Köln/Bonn e.V.

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